Wacken-Gründer im Gespräch

Wacken. Was vor fast 30 Jahren als kleines Dorffestival begann, ist heute eine wahre Institution unter den Festivals. Zahlreiche Legenden der Rock- und Metalszene, wie z. B. die Thrash-Ikonen Anthrax und Slayer, Alice Cooper, Judas Priest und Mötorhead, um nur ein paar zu nennen, zählen zu den musikalischen Highlights, die sich Fans aus der ganzen Welt hier zu Gemüte führen konnten. Mit dem wachsenden Ausmaß des im ansonsten eher behaglichen Örtchen in Schleswig-Holstein abgehaltenen Festival nehmen leider auch die Kontroversen in der Metal-Community mit Blick auf Wacken zu. Die Vorwürfe reichen von Überkommerzialisierung bis hin zu einem angeblich monotonem Line-Up, dass den steigenden Ticketpreisen nicht gerecht wird. In einem aktuellen Interview äußert sich Thomas Jensen, seines Zeichens Wacken-Gründer, zu diesen Vorwürfen, aber auch weiteren Aspekten und zeigt einen erfrischend transparenten und ehrlichen Blickwinkel als Veranstalter eines solch großen Festivals auf. Einige dieser Aspekte, wie u. a. die Herausforderung, große Kaliber an den Start zu bringen, wollen wir uns an dieser Stelle mal genauer anschauen.

Die Sache mit den großen Bands

Ein Kritikpunkt, den sich wohl jedes Rock- und Metalfestival der Welt von seinen Fans schon mal anhören durfte, aber im Fall von Wacken gerne mal etwas lautstärker geäußert wird, betrifft das Line-Up. Klar, aus Sicht der Fans können es nie genug große Namen sein. In Anbetracht der Ticketpreise, die für große Festivals heutzutage fällig werden, scheint diese Forderung zunächst auch gerechtfertigt. Jensen kann dies als leidenschaftlicher Fan natürlich nachvollziehen, erklärt im Interview aber auch, wo da die Hürden liegen. Zunächst nennt er da das offensichtliche, und zwar die steigenden Gagen, die mit der stetig wachsenden Popularität des Genres einhergehen. Die Zeiten, in denen nur die Headliner große Summen kosteten, sind vorbei. Auch Bands, die man nicht als absolute Ticket-Seller auf der Rechnung hat, füllen erfolgreich große Hallen weltweit und haben dementsprechende Erwartungen. Eine weitere Hürde, wenn es darum geht, große Bands an den Start zu bringen, benennt Jensen in der Terminfindung. So lässt er durchblicken, dass es ganze fünf Jahre gedauert hat, bis der lang von den Fans gewünschte Auftritt von Rammstein im Jahre 2013 endlich in Sack und Tüten war.

Immer das gleiche Line-Up?

Ein Blick auf das aktuelle Line-Up für Wacken hält viele bekannte und bereits auf Wacken gesehene Name bereit. Auch dazu äußert sich Jensen. Ganz nach dem Motto „altbewährtes taugt“ verlässt er sich gern auf Bands, bei denen er sicher ist, dass sie abliefern. Dabei verweist er auch auf letztes Jahr, in dem viele neue Bands ihre Chance bekamen, aber nicht ablieferten. Gerade Marilyn Manson wurde seinem Ruf als lausiger Live-Act wieder mal gerecht. Dass es die „alten“ Bands nicht für immer geben wird und dass frischer Wind für eine belebte Szene, aber auch für ein langfristig erfolgreiches Festival, unerlässlich ist, weiß er natürlich auch. Deshalb appelliert an den Nachwuchs, in der Hoffnung, das neue Metal-Bans wieder so krass Stimmung rüberbringen können, dass man auf krankenschwesterjobs.de dringend nach neuem Personal suchen muss- sinnbildlich gesprochen, versteht sich. Er selbst verweist da auf die Band-Contests, die Wacken bietet, um neuen Bands auf die Sprünge zu helfen, um hoffentlich das Genre mit großartiger Musik zu bereichern.

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