Die deutsche Black Metal-Szene, tief verwurzelt in den Klängen der 1990er, hat seit 2020 eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Neue musikalische Einflüsse, gesellschaftspolitische Diskurse und eine wachsende Vielfalt an Künstlern prägen das Bild einer Szene im stetigen Wandel. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „Black Metal“? Ursprünglich in Norwegen entstanden, zeichnet sich dieses Subgenre des Heavy Metal durch extrem schnelle Tempi, kreischenden Gesang und eine oft düstere, rohe Atmosphäre aus. Es geht um mehr als nur Musik – Black Metal ist oft Ausdruck einer Weltanschauung, die sich gegen etablierte Normen und gesellschaftliche Konventionen richtet.
Tradition und Wandel: Deutscher Black Metal seit 2020
Musikalische Evolution und stilistische Bandbreite
Inspiriert von der norwegischen Welle, mit Bands wie Darkthrone, entwickelte die deutsche Black Metal-Szene eigene Charakteristika. Seit 2020 zeigt sich eine beeindruckende Bandbreite. Veteranen wie Imperium Dekadenz setzen mit atmosphärischem Black Metal, wie auf ihrem Album „Into Sorrow Evermore“ (2023) zu hören, weiterhin Maßstäbe. Einen Einblick gibt es auf deathdoom.com.
Gleichzeitig zeigen aufstrebende Bands wie Antrisch mit ihrem Debütalbum „Expedition II : Die Passage“ (2023), dass die Szene lebendig bleibt. Auch hierzu finden sich Informationen auf deathdoom.com. Diese Bands zeigen: Etablierte Größen und neue Talente bereichern die deutsche Black Metal-Landschaft.
Vielfalt der Klänge
Die stilistische Vielfalt prägt die deutsche Szene. Neben traditionellem Black Metal gibt es Atmospheric Black Metal, Melodic Black Metal, Depressive Black Metal und Mischformen wie Black/Death/Doom Metal. Plattformen wie Black Metal Zine zeigen eine breite Auswahl, darunter Bands wie Wiedergänger und Verbluten.
Experimentierfreude und Genregrenzen
Ein weiteres Beispiel für die musikalische Entwicklung ist die Band Morast. Dem Blackened Death-Doom zugeordnet, erzeugen sie eine beklemmende Klangwelt. Angry Metal Guy hat die Band ausführlich besprochen. Auch Bands wie Mantar zeigen die Vielfalt der deutschen Metal-Szene.
Black Metal und Gesellschaft: Mehr als nur Musik
Black Metal ist oft Ausdruck von Weltanschauungen. In Deutschland fand eine intensive Auseinandersetzung mit der Rolle des Black Metal statt. Zentral ist die Distanzierung vom Nationalsozialistischen Black Metal (NSBM).
Die NSBM-Problematik
Die deutsche Black Metal-Szene grenzt sich klar von rechtsextremen Tendenzen ab. Der NSBM, der rassistische und antisemitische Ideologien propagiert, wird von der überwiegenden Mehrheit der Szene abgelehnt. Diese Abgrenzung ist essentiell, um die Integrität des Black Metal als Kunstform zu wahren.
Das Projekt Zeal & Ardor von Manuel Gagneux, obwohl nicht aus Deutschland, hat hierzulande Aufmerksamkeit erlangt. Gagneux, ein Schwarzer Künstler, verbindet Black Metal mit Spirituals und Blues, thematisiert Rassismus und Polizeigewalt, wie in seinem Album „Tuskegee“. Kaput Mag bezeichnet Zeal & Ardor als eine „explizit Schwarze Perspektive“.
Auch in Deutschland gibt es Bands, die sich gegen Rassismus positionieren. Ancst aus Berlin kombiniert Black Metal mit Crustpunk und kritisiert Kapitalismus und soziale Ungerechtigkeiten. Ihr Album „Summits Of Despondency“ (2020) verdeutlicht dies, wie bei Astral Noize nachzulesen ist.
Krieg und Geschichte als Themen
Kanonenfieber, das Projekt des Musikers Noise, thematisiert auf „Menschenmühle“ die Schrecken des Krieges. 2022 veröffentlichte die Band die Single „Stop the War“, wie bei Metal Injection zu lesen ist.
Digitalisierung und Zukunftsperspektiven
Die Entwicklung ist eng mit der Digitalisierung verbunden. Websites und YouTube-Kanäle wie Black Metal Zine und Black Metal Promotion spielen eine entscheidende Rolle. Sie ermöglichen es Künstlern, ein breiteres Publikum zu erreichen.
Online-Communities und Vernetzung
Die Digitalisierung hat die Interaktion innerhalb der Szene verändert. Online-Foren, soziale Medien und Streaming-Plattformen sind zu wichtigen Treffpunkten geworden. Fans tauschen sich über neue Veröffentlichungen aus, diskutieren über Konzerte und unterstützen ihre Lieblingsbands. Auch Online-Konzerte und Q&A-Sessions mit Künstlern haben an Bedeutung gewonnen, wodurch eine direktere Verbindung zwischen Bands und Fans entsteht.
Die deutsche Black Metal-Szene zeigt sich auch in Zukunft dynamisch und gesellschaftlich engagiert. Die wachsende Akzeptanz von Projekten wie Zeal & Ardor und die Etablierung neuer Bands deuten auf eine positive Entwicklung hin. Ein Trend ist die verstärkte Nutzung von Streaming-Plattformen, die es Fans ermöglichen, neue Musik zu entdecken und Bands eine größere Reichweite zu verschaffen. Ein anderer Trend werden musikalische Experimente sein. Die Szene wird weiterhin eine wichtige Rolle in der internationalen Black Metal-Landschaft spielen.